Vor einigen Jahren, es war während der Corona-Zeit, ging ich in einer entlegenen Ecke unserer Gemarkung an einer Strauchgruppe vorbei.
Plötzlich vernahm ich ein Rascheln und inmitten der Sträucher Hin- und Her-Bewegungen der Äste. Mein erster Gedanke: Wildschweine!
Doch bald entpuppte sich der Verursacher als ein menschliches Wesen. Ein weit über 80 Jahre alter Mann versuchte, aus einem Wirrwarr bemooster Sammelsteine „ins Freie zu gelangen“. In der einen Hand ein Taschenmesser und in der anderen eine stattliche Anzahl Haselnussstöcke; die Füße in Steinlücken eingeklemmt, schien ein Vorwärtskommen schier unmöglich. Nach einigen Bemühungen gelang es mit vereinten Kräften, die missliche Situation zu entschärfen.
Die Handrücken des Mannes waren durch Brombeersträucher blutig zerkratzt und auf meine Frage, was letztlich der Sinn seiner nicht ungefährlichen Aktivitäten sei, antwortete er mit ernster Miene, die Haselnussstöcke hochhaltend: „Die kammer emmer moh brauchen!“
Pragmatismus, Weitblick, Naturnähe, Erfahrungen aus schlechten Zeiten etc. mögen zur Erklärung herhalten. Ein jeder mag sich selbst ein Bild zur Motivationslage zurechtlegen.
Roland Müller, Ortsbürgermeister